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Abenteuer in Duin Darok -I-

Ein Bericht von Gudrun Pfeilmacher.

Die Ereignisse trugen sich zu vom 13. bis zum 15. Juni des Jahres 213 seit Gründung des Königreichs Ravenstein.

Freitag, der 13. Juni 213 war einer dieser besonderen Tage, an denen man sich besser nichts besonderes vornimmt. Es begann damit, dass Gudrun die Tierfallen im Wald kontrollierte. Diese funktionierten einwandfrei, doch sie waren allesamt leer. Leicht frustriert beschloss sie statt ins Dorf zurückzukehren Randolf in seiner Hexenhütte einen Besuch abzustatten, der immer noch die Schriften von Salvia nach einem Hinweis auf ihr Verschwinden durchsuchte.

Als beide auf der Bank im Kräutergarten saßen und sich gegenseitig ihr Leid klagten, wie schwer sie es doch hätten und dass ja wirklich nichts Aufregendes passierte, drang plötzlich Geschrei an ihr Ohr. Es kam direkt aus dem Wald. Sie konnten zwei Stimmen unterscheiden, von denen die eine andauerend fluchte und die andere nur immer den Satz“Ja, Meister, Ihr habt Recht Meister“ von sich gab. Es war seltsam, erst schienen die Stimmen sich direkt zu nähern, man konnte sogar schon die Äste und Zweige knacken hören, dann entfernten sie sich wieder. Es hörte sich eher nach einem Herumirren im Wald an als nach zielgerichtetem maschieren. In ihrer Blindheit würden die beiden wohl noch direkt durch den kostbaren Kräutergarten laufen und dort viel zerstören.

Sicherheitshalber gingen Gudrun und Randolf den Stimmen entgegen. Udo Drahlheim, so stellte sich der eine vor. Er sei Händler und das sei Lothar, sein Begleiter. Die Kleidung der beiden war zerrissen, Lothar hatte auch viele Wunden an Armen und Beinen, an der Schulter sah es sogar so aus, als hätten ihn Klauenhände gepackt. Beide machten einen etwas verstörten Eindruck auf Gudrun und Randolf. Einhellig waren sie der Meinung, dass Lothar gefährliche Wunden davon getragen hat, und dass es wohl kaum eine Rettung gab.

Von Udo Drahlheim erfuhren sie, dass er mit Lothar und Rüdiger unterwegs gewesen sei, sie hätten auch noch drei Packesel dabei gehabt, und Töpfe und Pfannen als Handelsware. In der letzten Nacht wären sie überfallen worden. Er selbst wäre schnell weggelaufen, Lothar wäre ihm gefolgt, musste aber noch einige Angreifer abschütteln. Sie wären von Mielfurt gekommen, und wollten dann nach Mühlstädt. Auf Grudruns Einwurf, warum sie denn dann nicht einfach dem Handelspfad gefolgt wären, erwiderte Udo Drahlheim, dass sie es eilig hätten und dachten, der direkte Weg durch die Mielhügel wäre schneller. Während dessen ging es Lothar, trotz der Kräuterverbände, immer schlechter.

Am liebsten wären Randolf und Gudrun sofort in den Wald aufgebrochen, um der Spur zu folgen solange es noch hell war, aber es schien den beiden doch angebracht, ihre Besucher in den Ort zu bringen. Zu suspekt hörte sich das Gerede von Udo Drahlheim für ihre Ohren an.

Im Dorf war der Alte Eber ihr erstes Ziel. Zufällig befand sich dort auch Goro Gao, der beim Blick auf Lothar nur den Kopf schüttelte, ihm schnell sämtliche Verbände vom Körpfer riss, die Wunden ordentlich säuberte und dann erneut verband. Dabei murmelte er so etwas wie: „Das Jungvieh muss noch viel lernen…“

Nach einigem Gerede mit den Ältesten war klar, dem Vorfall im Wald musste nachgegangen werden. Natürlich wurden Gudrun und Randolf damit beauftragt. Randolf schwatzte dem Wirt Nikolaus noch einiges an Proviant ab, dann zogen die beiden in der Dämmerung los. Kurz darauf passierten sie die Hexenhütte Salvias und schnappten sich noch die Laterne, die dort sonst auf dem Tisch stand.

Im Licht der Laterne konnten sie der von Udo und Lothar geschlagenen Spur problemlos folgen. Bei ihrem Zick Zack Kurs hatten sie sogar einige Male die Waldpfade gekreuzt. Schließlich erreichten sie gegen Mitternacht den Lagerplatz. Die Spuren dort bestätigten die Geschichte des Händlers. Die Spuren der wegstürmenden Esel fanden sie, es sah aus als hätten sie die Richtung eingeschlagen, aus der sie wohl auch gekommen sind. Vermutlich waren sie zurück in den Stall nach Mielfurt. Eine Spur von Rüdiger fand sich jedoch nicht, dafür aber zahlreiche spitze Abdrücke, deren Herkunft sich beide nicht erklären konnten. Daneben gab es auch Abdrücke, die an Stiefelabdrücke erinnerten. Randolf und Gudrun beschlossen, diese Stelle als eigenen Lagerplatz zu nutzen. Zur Sicherheit sprach Randolf noch einen Schutzzauber aus.

Es war schon fast die Zeit der Dämmerung, als beide von ohrenbetäubendem Geschrei erwachten. Irgendetwas hatte den Schutzzauber ausgelöst. Sie sahen schließlich ein kleines Männchen mit grünem Wams und roter Zipfelmütze, das mit eigentümlicher Stimme zu ihnen sprach und sich als Gottfried vorstellte. Er wirkte wie von einer anderen Welt, und gab schließlich zu, dass er zu den Feen zählte und 623 Jahre alt wäre. Gemeinsam schauten sich die drei, es war mittlerweile heller geworden, das Umfeld des Lagerplatzes an. Jetzt konnte Gudrun auch klar die Stelle erkennen, an der die Feinde das Lager betreten hatten. Identifizieren konnte sie die Spuren jedoch nicht. Gottfried erwähnte schließlich 37 Goblins, die sicher auf Spinnen geritten seien.

Gottfried war ein seltsamer Geselle. Er bezeichnete sie als Gudrun und Wanderer, man muss ihn direkt erlebt haben, eine einfache Beschreibung kann seine Eigenarten nicht wirklich wiedergeben. Trotz aller Freundlichkeit wollte Gottfried sie aber nicht begleiten, so dass sie schließlich allein weiter zogen. Diesmal folgten sie jedoch nicht der Spur der Händler, sondern der Spur der Angreifer.

Die Spur führte sie fast an der Höhle des Zwergs Brondulfs vorbei. Es dauerte auch nicht lange, als sie in einer Felswand ein unerwartetes Zeichen fanden. Ein aus dem Fels herausstehender Hammer. Ein paar Schritte weiter fanden sie seltsame Zeichen, die für sie nach Zwergenrunen aussahen, die sie aber nicht verstanden. Beide versuchten, sich diese Runen einzuprägen, zur Sicherheit zeichnete Randolf sie auch noch ab. Ob das Hochwasser im April etwas damit zu tun hatte, dass man diese Zeichen jetzt alle sehen konnte? Brondulf hatte nie etwas davon erwähnt. Wieder ein paar Schritte weiter erblickten sie ein weiteres Hammerabbild an einem Fels, und es schien dort auch eine Höhle, oder zumindest einen Vorsprung zu geben. Von den Spuren war in diesem felsigen Gebiet natürlich nichts mehr zu sehen.

Neugierig gingen die beiden näher, in diesem Gebiet waren beide noch nie gewesen. Tatsächlich hatten sie aus der Ferne eine Art Eingang gesehen. Vorsichtig gingen sie weiter. Im Inneren hörten sie zunächst ein leises Klicken, dann sahen sie auch die Urheber. Zwei mechanische Spinnen kamen langsam auf sie zu.

Als Zeichen ihrer friedlichen Absicht legt Gudrun ihren Bogen ab, und schreibt die zuvor gesehenen Runen auf die Erde. Und tatsächlich, die Spinnen scheinen zu stoppen. Nur eine kommt weiter auf sie zu und nimmt den Bogen an sich. Dann verschwinden beide durch einen Durchgang links hinten in der Höhle. Eigentlich ist das gar keine Höhle, sondern eher eine Schmiede. Hier, mitten im Berg. Jetzt fällt Gudrun auch wieder ein, dass Gottfried auch davon gesprochen hat, dass das Gebiet hier vor Jahrhunderten mal Zwergengebiet gewesen sei. Lange lange bevor Mühlstädt gegründet wurde. Schnell schiebt sie diese Gedanken wieder weg und konzentriert sich auf das Hier und Jetzt.

Vorsichtig folgen sie den Spinnen um die Ecke und blicken auf eine Werkstatt, mit Werkbänken an den Seiten. Einige der Werkbänke scheinen auch noch genutzt zu werden. Sonderbare, pulsierende Kristalle, etwa die Herzen dieser seltsamen Konstrukte, befinden sich auf einer Werkbank. Auf der daneben ist ein menschlicher Körper zu sehen, der Kleidung nach könnte es Rüdiger sein. Und ganz hinten ein Stapel mit Waffen, und ganz zu oberst nun auch Gudruns Bogen. An den Wänden und Decken sind noch weitere Spinnen zu sehen, und alle machen jetzt keinen wirklich friedlichen Eindruck.

Jetzt bemerken die beiden auch, dass der Fußboden stark vibriert. Etwas scheint sich zu nähern. Rückzug in den ersten Raum scheint im Moment das Beste zu sein. Dort sehen sie dann auch den Verursacher des Lärms. Ein Eisenzwerg kommt langsam, aber sicher immer näher. Nichts wie raus ist die Devise. Zunächst werden die beiden noch vom Eisenzwerg verfolgt, dann dreht dieser jedoch um. Alleine können Gudrun und Randolf hier nichts ausrichten, das ist sicher. Doch was nun?

Vielleicht kann Brondulf helfen? Wieder im Dorf, treffen sie ihn wie erwartet bei Stefan dem Schmied. Als sie ihm von ihren Erlebnissen erzählen und ihm die Runen zeigen, bekommt er strahlende Augen. „Ihr habt es gefunden. Endlich.“ Die Runen stehen für Duin Darok, Vorposten des Hammerclans. Er erzählt, dass er bereits seit dreissig Jahren nach diesem verschollenen Vorposten des Hammerclans sucht. Dort wären früher Schmiede, Techniker und Ingenieure tätig gewesen, um mechanische Konstrukte zu bauen. Zur Sicherheit wäre das weit außerhalb geschehen. Wozu diese dienen sollten, oder gar Baupläne der Maschinen, von all dem wisse er aber nichts. Er würde aber, gemeinsam mit seiner Frau, gerne dorthin mitkommen.

Gemeinsam machen sich die vier dann auch schnell auf den Weg. Bei beiden Zwergen ist immer noch ein gewisses Funkeln in den Augen zu sehen. Auf dem Weg zum wiedergefundenen Vorposten erzählen Randolf und Gudrun alles, was sie dort erlebt haben. Gemeinsam überlegen sie sich, wie sie am besten vorgehen. Schließlich einigen sie sich darauf, sich garnicht erst in der Schmiede aufzuhalten, sondern direkt in die Werkstatt zu gehen, um zu den Waffen und zu dem Menschen dort zu gelangen.

Dieser Teil des Plans lässt sich auch problemlos durchführen. In der Werkstatt sehen sie, dass einige Spinnen in ihre Tätigkeit auf der Werkbank versunken sind. Es ist ein mechanischer Arm, an dem sie basteln. Und dieser ist wohl für den in tiefer Bewußtlosigkeit liegenden Menschen, es ist tatsächlich Rüdiger. Doch ungestört können sich die zwei Menschen und zwei Zwerge auch jetzt nicht bewegen. Langsam aber sicher kommen die Spinnen, es sind insgesamt sieben, auf sie zu. Und als wenn das nicht genug wäre, nähern sich auch noch zwei Eisenzwerge, einer von rechts, der andere von links.

„Ah, die Wächter“, murmelt Brondulf, fingert mit seiner Hand in der Tasche herum. Als er die Hand wieder herauszieht, trägt er eine auffallenden Siegelring mit einem goldenen, erhabenen Hammer. Die Faust geballt hält er den Ring erst dem Eisenzwerg und den mechanischen Spinnen links und dann denen auf der rechten Seite hin. Gleichzeitig spricht er einige für Randolf und Gudrun unverständliche Worte. Der Wächter links stoppt und zieht sich zurück, auch die Spinnen machen etwas Platz. Nur der Eisenzwerg rechts kommt immer noch näher. „Der ist defekt, vernichten“ schreit Brondulf und schwingt seinen Hammer, während seine Frau Katla hinter ihm Schutz sucht. Schnell schnappen sich auch Gudrun und Randolf jeweils einen Hammer, und gehen zum Angriff über. Auch wenn sie gut treffen, der Eisenzwerg schwankt zunächst nicht, sondern setzt seinerseit zu einem heftigen Schlag an. Dieser trifft Gudrun voll, so dass sie zunächst zusammenbricht, sich dann aber wieder aufrappeln kann. Leicht benommen kämpft sie weiter. Auch Brondulf ist schon getroffen worden, als der Eisenzwerg schließlich ächzend zusammenbricht.

Erst jetzt ist Zeit sich näher umzuschauen. Im Stapel der Waffen findet Gudrun nicht nur ihren alten Bogen wieder, sondern auch einen wunderschönen Langbogen, der zahlreiche Verzierungen aufweist. Auf einer der Werkbänke befindet sich eine Schriftrolle, die Randolf an sich nimmt, denn sie beinhaltet einen Zauber.

Neben dem Waffenstapel befindet sich auch ein Stapel mit allerhand Waren. Neben normalem Metall befinden sich in den dortigen Packtaschen auch viel von dem sehr kostbaren Sternenmetall. Töpfe und Pfannen sind jedoch nirgendwo zu finden.

Wichtig ist jetzt, den immer noch bewußtlosen Rüdiger nach Mühlstädt zu bringen, Waffen und Waren können vorerst dort bleiben. Brondulf sichert zu, dass die Spinnen und der Eisenzwerg wie vorher auch auf diese aufpassen, aber das Gebäude nicht verlassen werden. Wieder spricht er einige unverständliche Worte in Richtung der mechanischen Wesen. Währenddessen hat sich Randolf um Rüdiger gekümmert, der nun allmählich das Bewußtsein wieder erlangt und stammelnd erzählt, dass sie nicht mit Töpfen, sondern mit den Metallen unterwegs gewesen seien. Sie wären aus Denek gekommen und wollten in den Süden der ehemaligen Kaiserstadt.

Wieder im Dorf angekommen, kümmert sich Randolf um alles, da Gudrun beinahe noch zusammenbricht und erst einmal Erholung benötigt.

Udo Drahlheim hat sie also tatsächlich belogen. Es ist besser wenn er das Sternenmetall nicht erhält. Wer weiß was dann damit angestellt wird. Aber da er ja nicht mit Sternenmetall, sondern mit Töpfen und Pfannen gehandelt hat, kann es ja auch nicht seine Ware sein, die Gudrun und Randolf gefunden haben. Nur zähneknirschend bleibt Udo Drahlheim, gemeinsam mit Lothar solange im Dorf, bis auch Rüdiger gesund ist und ihn begleiten kann.

Brondulf ist also Mitglied des Hammerclans, und hätte das Recht Anspruch auf den ehemaligen Vorposten zu erheben.


kampagnen/beyondthewall/abenteuer_in_duindarok1.txt · Zuletzt geändert: 2017/06/05 20:22 von stefan