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Randolf

Im Dorf Mühlstadt lebte der Wachmann Roland mit seiner Frau Katrina, die anders als viele der anderen Frauen im Dorf eine eigene Beschäftigung hatte und die Weberei betrieb, die sie von Ihren Eltern geerbt hatte. Das Paar wohnte auch in den Räumen oberhalb der Webstube. Eines Tages kündigte sich der erwünschte Nachwuchs an. Denn auch wenn Roland im Dorf aufgrund seiner Position als Wachmann, der er sehr gewissenhaft nachging, als streng galt und auch die zum Teil übermütigen Kinder tadelte, war er doch auch kinderlieb und hatte ein gütiges Wesen. Nur Ungerechtigkeit lehnte er ab.

Randolf wurde im Herbst zur Erntezeit geboren und Katrina und Roland waren sehr glücklich. Als Roland im folgenden Winter bei der Verfolgung einer Wolfsspur in den Wäldern in der Nähe des alten Menhirs einen schreienden, halb erfrorenen Säugling fand, nahm er ihn sofort mit. Das Kind war eingewickelt in einen weißen Wolfspelz. Er nannte das Kind Widmar, adoptierte es und Randolf und Widmar wuchsen zusammen auf.

Obwohl der etwas jüngere Widmar wenige Jahre später kräftiger als Randolf und in körperlichen Belangen diesem bald überlegen war, setzte sich Randolf für seinen Adoptivbruder ein – denn aufgrund seiner unbekannten Herkunft und seiner auffallenden, knotigen Hände tuschelten einige der Dorfkinder über Widmar.

Doch andere Kinder von ähnlichem Alter wie Lily oder Gudrun, mit denen die beiden Jungen sich schnell anfreundeten, hielten auch zu Widmar. Und auch Randolf redete nicht schlecht über seinen Bruder – er war ohnehin sehr verschwiegen, so dass ihm seine Freunde auch ihre Geheimnisse unbesorgt anvertrauen konnten.

Obwohl Randolf nicht so stark wie Widmar und nicht so geschickt wie Lily oder Gudrun war, konnte er schnell rennen und passabel klettern – denn sein Vater Roland hatte ihn und Widmar unterrichtet. Diese athletische Fähigkeit hatte Randolf in seiner Kindheit auch einmal das Leben gerettet.

Der graue Prinz, ein bösartiges Wesen, dass die Form wechseln kann und von den Ängsten Unschuldiger lebt und seine Opfer verschleppt, hatte die Gegend um Mühlstädt heimgesucht. Ein anderer, größerer Junge hatte versucht, Randolf dem grauen Prinz zu opfern, um sein eigenes Leben zu retten, doch Randolf gelang es sich loszureißen und schnell wegzulaufen. Der graue Prinz hatte dann den anderen Jungen gepackt und verschleppt und Randolf konnte dieses schlimme Ereignis lange Zeit kaum vergessen und er wachte häufig schweißgebadet oder schreiend Nachts auf.

In der Jugend schlossen Widmar und Randolf Freundschaft mit dem alten, grauhaarigen ehemaligen Söldner Widukind und dessen Frau, die sich als Fischer im Dorf niedergelassen hatten. Widukind unterhielt die Jungen mit spannenden Geschichten aus seinem Leben.

Daneben wanderte Randolf gerne alleine durch die Wälder, in denen er sich sehr wohl und geborgen fühlte. Hier begegnete er auch häufig der Dorfhexe Salvia. Als diese bemerkte, dass in dem Jungen ein Talent steckte, mit dem er andere Wesen durch Auflegen der Hände heilen konnte, unterwies sie den Jungen in ihren Künsten. Salvia lehrte Randolf dabei, sich mit Magie der Motive der Menschen zu vergewissern und sich vor Bösem zu schützen. Die Ausbildung war hart und dauerte viele Jahre, doch Randolf hatte dies klaglos ertragen, denn Widmar hatte ihn stets aufgemuntert und ihm mit Rat zur Seite gestanden.

Vor einem Jahr verschwand die Hexe plötzlich und Randolf hat seitdem vergeblich versucht ihren Aufenthaltsort ausfindig zu machen, indem er die Umgebung der Hexenhütte und des Dorfes absuchte und auch in ihren persönlichen Sachen nach Hinweisen suchte. Um bei den Nachforschungen seine Ruhe zu haben, ist er in die Hütte von Salvia der Hexe gezogen.


kampagnen/beyondthewall/randolf.txt · Zuletzt geändert: 2017/07/17 13:33 von Stefan